Es war den Schülerinnen und Schülern der 5a und ihren Lehrerinnen Mag. Pilz und Mag. Reisinger bewusst, dass es allerhöchste Zeit ist, ZeitzeugInnenworkshops zu nutzen, da es immer weniger Shoah-Überlebende gibt. Dass es sich aber tatsächlich um einen der letzten Termine mit der Künstlerin Ceija Stojka handeln würde, konnte am 12. Oktober 2012 im Amerlinghaus in Wien niemand erahnen.

Die Romni erzählte den erschütterten ZuhörerInnen von ihren Erlebnissen in der NS-Zeit in 3 Konzentrationslagern. Immer wieder musste sie ihren Vortrag unterbrechen und Kraft sammeln. –Ähnlich ging es wohl auch den TeilnehmerInnen, als sie zum Beispiel ihre eintätowierte Häftlingsnummer aus Auschwitz am Unterarm zeigte oder von den Gräueltaten berichtete. Die kaum zu ertragenden Details wurden von Roma-Musik, die Stojkas Verwandte live vortrugen, unterbrochen. Abschließend verarbeiteten die SchülerInnen das Gehörte in selbstgestalteten Bildern.

Wir danken Frau Ceija Stojka für ihre Kraft und ihr Bemühen, die Vergangenheit nicht ruhen zu lassen. Die Nachricht über ihren Tod im Jänner 2013 hat uns erschüttert.

Ruhen Sie in Frieden, Sie haben es sich wirklich verdient.

Auschnitt aus Gedicht „auschwitz ist mein mantel“

(Ceija Stojka Mai 1933- Jänner 2013)

auschwitz ist mein mantel,

bergen-belsen mein kleid

und ravensbrück mein unterhemd.

wovor soll ich mich fürchten?

(Ulla Reisinger)

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