Am 6. März 2006 besuchten rund 40 Schüler des BRG Gröhrmühlgasse mehrere Gerichtsverhandlungen am Landesgericht Wiener Neustadt. Einen Einblick in die Realität von Gerichtsverfahren und Sachverhalte des Jugendstrafrechts zu erhalten, war unter anderem Ziel dieser Exkursion.

Schüler der 5.A Klasse mit Frau Prof. Mag. Brigitte Zimper und Schüler der Wahlpflichtfächer „Psychologie, Pädagogik, Philosophie“ (PPP, 8.A und 8.C Klasse) sowie „Geschichte, Sozialkunde, politische Bildung und Rechtskunde“ (GSPR, 6.C Klasse) mit Dr. Werner Sulzgruber erhielten die Möglichkeit Jugendgerichtsverhandlungen mitzuverfolgen.

Als Richter fungierte Dr. Hubert Zak, seinerseits erfahrener Jugendrichter in Wiener Neustadt. Dr. Zak nahm sich ausgiebig Zeit im Vorhinein die Abläufe bei Gericht zu erklären, zwischen den Verhandlungen Erläuterungen zu geben und stand schließlich für viele Fragen der Zuhörerschaft zur Verfügung.

Verhandelt wurden drei Straffälle von jugendlichen Tätern, wobei hier unterschiedliche Delikte (Einbruch, Diebstahl, Nötigung) entschieden wurden. Den anwesenden Schülern konnte auf diesem Wege nicht nur vor Augen geführt werden, wie eine Gerichtsverhandlung in Wirklichkeit abläuft und welche Maßnahmen der Rechtsstaat setzt, sondern auch, wie rasch beispielsweise Alkoholkonsum, Schulden oder vorschnelle Äußerungen zu einer Vorstrafe führen können.

Gestellte TV-Gerichts-Shows können nicht vermitteln, was sich im nahen Lebensumfeld der Jugendlichen in Wiener Neustadt und Umgebung tatsächlich abspielt. Der Weg ins örtliche Gericht öffnet das Blickfeld für die bestehende Anzahl von Vergehen und Verbrechen bzw. die sozialen Bedingungen in der Schulstadt. Die Ursachen für einen Weg in die Kriminalität werden am individuellen Beispiel der Beschuldigten besser wahrgenommen.

Jugendlichen wird bewusst, wie schnell sie in ihrem Leben mit Gefahren konfrontiert sind und sie erkennen, welche Folgen kurzsichtige Aktionen und falsche Entscheidungen haben können. … eine lehrreiche Exkursion für alle.